HTU/Protokolle und Berichte/Öffentliche Aussendungen
Menü

Öffentliche Aussendungen der HTU Graz

Hier befinden sich die öffentliche Aussendungen der HTU Graz. Diese dienen zur Positionierung der Meinung der HTU Graz gegenüber der Politik.


28.10.2020 | Presseaussendung: Kritik an Studienrechtsnovelle - Studierendenvertreter_innen fordern verbesserte Studierbarkeit statt unnötiger Barrieren im Studium

Download der Presseaussendung

Kritik an Studienrechtsnovelle 

Studierendenvertreter_innen fordern verbesserte Studierbarkeit statt unnötiger Barrieren im Studium 

Im Zuge der geplanten Novelle des Universitätsgesetzes sollen große Teile des Studienrechts überarbeitet werden. Studierende erhofften sich von der Novelle vor allem verbesserte Studienbedingungen an den Universitäten, die ihnen das Vorankommen im Studium erleichtern würden. Leider scheinen die geplanten Maßnahmen aber eine deutlich andere Richtung einzuschlagen. Aus Sicht der Hochschüler_innenschaft an der TU Graz sind dabei besonders die geplante Mindeststudienleistung, die Reduktion der Prüfungstermine sowie die strengeren Zulassungsfristen problematisch.

Durch die geplante Mindeststudienleistung sollen Studierende pro Studium und Jahr mindestens 16 ECTS erbringen müssen, um nicht dauerhaft von dem entsprechenden Studium gesperrt zu werden. “Gerade die erschwerten Bedingungen unter COVID-19 zeigen die zahlreichen Missstände auf, die Studierende am geforderten Studienfortschritt hindert - seien es nicht angebotene Lehrveranstaltungen, fehlende Prüfungstermine oder Probleme bei der Studienorganisation. Diese Personen nun einfach aus dem Studium zu werfen ist ein Fausthieb ins Gesicht der Betroffenen.”, so Simon Malacek, Vorsitzender der HTU Graz.

Vorwiegend berufstätigen Studierenden wird dadurch das Studium massiv erschwert: Laut der Studierendensozialerhebung 2019 sind 65 % aller Studierenden erwerbstätig. Um sich ihr Studium überhaupt finanzieren zu können, arbeiten diese durchschnittlich 20,5 Stunden pro Woche. “Die Vereinbarkeit von Beruf und Studium führt bereits jetzt zu Schwierigkeiten. Die geplanten Maßnahmen werden berufstätige Studierende zusätzlich belasten und erschweren die Finanzierung des Studiums enorm - besonders trifft es diejenigen, die keine (finanzielle) Unterstützung erhalten.”, so Carina Mazelle vom Vorsitzteam der HTU Graz.

Zusätzlich kommt hinzu, dass eine Reduktion der angebotenen Prüfungstermine geplant ist, was die Vereinbarkeit des Studiums mit anderen Verpflichtungen blockiert. Besonders in Prüfungsphasen finden viele Prüfungstermine in kürzester Zeit statt, sodass nicht alle gleichzeitig wahrgenommen werden können. Durch die Reduktion der Prüfungstermine sinken somit Vorbereitungszeit, Lernqualität und der Studienerfolg. Es ist der HTU Graz daher nicht ersichtlich, wie mit diesem Vorgehen eine Steigerung der Studienleistungen erzielt werden soll.

Auch die Abschaffung der Nachfrist erschwert die Planung des Studiums und schafft unter anderem eine überflüssige Hürde zwischen Bachelor- und Masterstudium. Anstatt Studierenden weitere Steine in den Weg zu legen, sollte es endlich an der Zeit sein, den Studienfortschritt auch strukturell zu ermöglichen: “mehr Laborplätze und Prüfungsmöglichkeiten, bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf, digitale Lehrangebote, der Abbau rechtlicher Barrieren sowie Voraussetzungsketten sind dringende Maßnahmen, damit Studierende ihr Studium in der Regelzeit abschließen können.”, so Simon Malacek, David Schöggl und Carina Mazelle aus dem HTU-Vorsitz unisono.


06.04.2020 | Dringlicher Appell an Minister Faßmann: Studienbeiträge erstatten, jetzt!

Der Text wurde aus dem offenen Brief der ÖH Bundesvertretung übernommen.

Download des offenen Briefes

Dringlicher Apell: Studienbeiträge erstatten, jetzt!

Sehr geehrter Herr Minister Faßmann!

Wir wenden uns an Sie mit einem dringlichen Anliegen! Viele Studierende österreichweit sehen sich gerade durch die allgemeine Situation in ihrer Existenz bedroht. Sie haben es in der Hand, ob Ihr Ressort dieses Problem wahrnimmt und aktiv Schritte dagegen setzt, oder ob Sie diese Studierenden sehenden Auges im Stich lassen.

Vergangenen Freitag wurden Sie vom Nationalrat ermächtigt weitreichende Verordnungen im Hochschulbereich zur Linderung von Problemen, die durch die COVID-19-Krise entstanden sind, zu erlassen. Neben vielen wichtigen Punkten des Lehr- und Prüfungswesens umfassen diese Ermächtigungen auch das Thema Studiengebühren.

Uns alle hat diese Krise unvorhergesehen und hart getroffen, besonders dramatisch trifft es die Studierenden. Deren ohnehin prekäre soziale Lage hat sich durch die COVID-19-Krise drastisch verschärft. Viele von ihnen sehen sich derzeit gezwungen, aufgrund der fehlenden Möglichkeit auf Kurzarbeit für geringfügige Arbeitsverhältnisse sowohl einen Verlust der Erwerbstätigkeit als auch eine Beschränkung des Studienfortschritts hinzunehmen. Vor allem Studierende aus Drittstaaten müssen nun ohne Einkommen die doppelten Studiengebühren von 726,72 Euro bezahlen. Da aufgrund der COVID-19-Krise die Hochschulen ihren Lehr- und Prüfungsbetrieb nur eingeschränkt aufrecht erhalten können und dementsprechend auch deutlich weniger Leistung durch die Studierenden erbracht werden können, ist der nächste nötige Schritt die Studiengebühren zurückzuerstatten bzw. zu erlassen.

Durch diese Umstände sind nun viele Studierende mit Ängsten um die eigene Existenz konfrontiert und müssen sich die Frage stellen, ob sie ihr Studium weiterführen oder doch die Miete bezahlen sollen. Was nach einer zynischen Verkürzung klingt, ist für unzählige Studierende bitterste Realität.

In einem Staat wie Österreich darf das nicht der Fall sein, hier braucht es ganz klar die Unterstützung der öffentlichen Hand. Da viele Studierende geringfügig angestellt sind, gibt es für sie oft von keiner Seite Hilfe. Hier auch noch auf die Entrichtung der Studiengebühren und damit eine weitere massive finanzielle Belastung zu bestehen, zeugt von enormer sozialer Kälte.

Nach geltender Gesetzeslage können Hochschulen autonom entscheiden, die Studiengebühr für einzelne Gruppen zu erlassen. Die momentane Situation erfordert aber jedenfalls eine zentrale Entscheidung durch Gesetze und Verordnungen und eine Finanzierung durch den Staat. Nach derzeitiger Lage sind die Studierenden die großen Verlierer_innen der Krise rund um COVID-19 und schauen bis dato bei “Koste, was es wolle” durch die Finger.

Sehr geehrter Herr Minister, das ist nicht die Art und Weise, wie man mit der vorwiegend jüngeren Generation und damit der Zukunft dieses Staates umgeht! Man lässt uns damit einfach im Stich und setzt fatale und elitäre Signale.

Wir fordern Sie darum mit Nachdruck und aller Dringlichkeit auf:

Erlassen Sie nicht nur Verordnungen, sondern erlassen bzw. erstatten sie auch allen Studierenden die Studienbeiträge für dieses Semester! Zeigen Sie, dass dieser Regierung nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Zukunft der Studierenden am Herzen liegt.

Mit besten Grüßen,

Simon Malacek
Vorsitzender der HTU Graz


04.04.2020 | Presseaussendung zu COVID-19: HTU Graz fordert die Aussetzung der Studienbeiträge

Download der Presseaussendung

COVID-19: HTU Graz fordert die Aussetzung der Studienbeiträge

Minister Faßmann muss Studierenden am Rande ihrer Existenz jetzt helfen!

Graz (OTS) - Die HochschülerInnenschaft an der TU Graz zeigt sich entsetzt über die Weigerung des Ministeriums, während der Pandemie die Studienbeiträge zu erlassen. Die Konsequenzen von COVID-19 treffen gerade alle Studierende in Österreich.

Besonders berufstätige Studierende werden hart von der COVID-19-Pandemie getroffen. Viele Studierende arbeiten in Gastronomie oder haben geringfügige Jobs, die von Maßnahmen wie der Kurzarbeit nicht mit eingeschlossen sind. „Diese befinden sich ohnehin in einer finanziell prekären Situation und können oft die zusätzliche Belastung durch Studienbeiträge nicht tragen. Eine Rückerstattung ist deshalb unbedingt notwendig, um die Existenz vieler Studierender zu sichern“, betont Simon Malacek, Vorsitzender der HTU Graz.

Besonders ausländische Studierende erfahren gerade eine Bedrohung von mehreren Seiten: Sie müssen nicht nur den doppelten Studienbeitrag von 726,72 € bezahlen, sondern auch um ihre Aufenthaltsgenehmigungen fürchten. Diese ist an ihren Studienerfolg geknüpft, der aufgrund des eingeschränkten Universitätsbetriebs aktuell nicht erbracht werden kann.

Ein weiteres großes Problem stellt die unzureichende Informationsvermittlung seitens BMBWF dar. Studierende werden im Dunklen gelassen, wie es nun weitergeht und ob sie dieses Semester überhaupt noch Lehrveranstaltungen absolvieren können. Man wird also dazu aufgefordert, den Studienbeitrag zu bezahlen, ohne sicherstellen zu können, ob man überhaupt die Möglichkeit dazu hat, Leistungen zu erbringen.

Nicht alle Typen von Lehrveranstaltung sind überhaupt digital umsetzbar. „Labore und praktische Übungen können momentan gar nicht abgehalten und entsprechend nicht von Studierenden absolviert werden“, macht David F. Schöggl aus dem Vorsitzteam der HTU klar.

„Von Studierenden verlangt die Fernlehre einiges an Nerven und technischer Ausstattung. Nicht alle verfügen über das notwendige Equipment, den Platz oder den Rückzugsraum, um in einer solchen Situation überhaupt angemessen ihrem Studium nachgehen zu können”, so Lia Magdalena Fink, stellvertretende Vorsitzende der HTU Graz.

Auch die Sorge um Angehörige oder die eigene Gesundheit lasten aktuell schwer auf den Studierenden und unterscheiden das Semester klar von einem regulären Semester. 

„Die HTU Graz fordert von Minister Faßmann, die Probleme und Existenzängste der Studierenden endlich ernst zu nehmen und die Studienbeiträge für die Dauer der Pandemie auszusetzen“, so das Vorsitzteam abschließend.

Rückfragehinweis
image/svg+xml

Für Rückfragen steht der Vorsitzende der HTU Graz zur Verfügung:

mail: vorsitznoSpam@htugraz.at
tel.:  +43 664 60 873 5100